Einführung

„Die Kraft des älteren Gehirns liegt in dem auf Lebenserfahrung gegründeten Verständnis für Emotionen und soziale Situationen. Ernährung, Bewegung, Herausforderungen, Offenheit für Neues, all das ist wichtig. Doch über allem steht die Liebe.“

Marian Diamond zit. nach Aleman 2016

Es gibt unendlich viel Wissenswertes in der Literatur und im Internet. Wir könnten es hier lediglich für sie kopieren, wollen aber einen eigenen Fingerabdruck zum Thema hinterlassen. Deswegen hier von uns eine eigene Zusammentragung von Informationen, die naturgemäß unvollständig bleiben müssen. (Im Übrigen sind wir durchaus auch an Ihrem Wissen, werte Leserin, werter Leser interessiert. Sie können es uns gerne zukommen lassen.)

Es wird in unserer Gesellschaft mittlerweile viel offener über dementielle Erkrankungen gesprochen. Das ist sehr erfreulich. Mit dieser sensibleren Wahrnehmung zur Funktionstüchtigkeit des Gehirns scheinen jedoch auch die Ängste älterer Menschen zuzunehmen, sobald sie feststellen, dass ihr Gehirn nicht mehr so verlässlich ist, wie in jungen Jahren. Wenn das Gedächtnis einen hin und wieder im Stich lässt, man Namen vergisst, nicht mehr weiß, wo der Schlüssel geblieben ist oder der technologischen Entwicklung nicht einfach so folgen kann fürchtet man sich, man könne an „Alzheimer“ erkrankt sein. Das betrifft augenscheinlich besonders Angehörige von Menschen mit einer dementiellen Erkrankung. Sehr kurz gefasst ist es so, dass jedes Gehirn genau wie jeder Körper altert, dass eine auffällige leichte kognitive Veränderung (MCI) nicht zwangsläufig zu einer dementiellen Erkrankung führt, dass nämlich „Demenz“ ein Übergriff ist für verschiedenartige dementiellen Erkrankungen ist, wovon die Alzheimer-Erkrankung als die häufigste beschrieben wird. Dazu kommen andere Ursachen, die die Gedächtnisleistung trügen können, wie ein Delir oder eine Depression. Sie sind behandelbar. Alzheimer, ganz einfach ausgedrückt, der krankhafte unaufhaltsame Verlust von Gehirnzellen, ist bislang nicht heilbar.
Hoffnung besteht, denn es gibt immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die ihrerseits allerdings immer wieder auch neue Fragen aufwerfen oder gehabte Erkenntnisse verwerfen. Weil dem so ist, benennen wir hier unsere Quellen. Denn: „Wir wissen nicht, wie groß unser Nicht-Wissen ist. Vielleicht überschätzen wir dessen Ausmaß, vielleicht unterschätzen wir es.“ (Alt 2002) Und gerne können Sie darüber nachdenken, ob die Wahrheit nicht doch die Erfindung eines Lügners ist, wie es Heinz von Förster (2011) behauptet. (Übrigens: Darüber nachdenken ist eine spannende Denksportaufgabe.)
Grundsätzlich lässt sich resümieren, dass es unbedingt wichtig ist, sich untersuchen zu lassen. Dementiellen Erkrankungen äußern sich vielfältig. Das gemeinsame Auftreten von zugleich vaskuläre (Durchblutungsstörungen) und neurodegenerative (Absterben der Nervenzellen) Entstehungsfaktoren erschweren das Erkennen, um welche Demenz es sich handelt und erschweren die Abgrenzung zu anderen Krankheiten.
Wir haben für uns und Sie nachgelesen. Die nachfolgenden Aussagen basieren auf Aleman (2016): Wenn das Gehirn älter wird. Was uns ängstigt. Was wir wissen. Was wir tun können. Verlag C.H. Beck. Dazu Jahn/Werheid (2015): Demenzen. Fortschritte der Neuropsychologie. Verlag Hogrefe. Arno Geiger beschreibt in seinem viel gelesenen Buch „Der alte König in seinem Exil“ beeindruckend und literarisch hochwertig über seine Erfahrungen und seine Reflektionen im Erlebnis mit seinem an Alzheimer erkrankten Vater. Selbstverständlich verweisen wir auch auf das vielfältige Material unseres Dachverbands die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Außerdem haben wir persönliche Erfahrungen eingeflochten. Wir empfehlen außerdem ganz nach Wunsch und Neugier selbst zum Thema weiterzulesen, denn immerhin lautet nach Aleman ein wissenschaftlich fundierter Ratschlag: „Das Lesen von Büchern eignet sich ebenfalls vorzüglich, unser Gehirn fit zu halten“.