Diagnostik

Wer sich nur ein bisschen ausführlicher mit dementiellen Erkrankungen beschäftigt, merkt schnell, dass sich eine Demenz nicht einfach so diagnostizieren lässt, dass es sich um ein äußerst anspruchsvolles Verfahren handelt. Und selbst wenn sie diagnostiziert zu sein scheint, halten Jahn/Wehrheid es für unbedingt erforderlich, „Verlaufsuntersuchungen“ vorzunehmen. Denn, wie sie an einem Beispiel zeigen, kann alles zunächst auf eine Depression hinweisen, dann auf eine Alzheimer-Demenz. Letztlich erwies sich der dokumentierte Fall jedoch als eine Frontotemporale-Demenz, die in ihren Auffälligkeiten weitaus herausfordernder ist.

Die Diagnose ermöglicht Verstehen und das kann für die Betroffenen sehr entlastend sein. Außerdem kann sich heraus stellen, dass die Krankheit behandelbar ist. Die Diagnose ist eine wichtige Grundlage für die weitere Lebensplanung. Wichtig ist, dass in die Diagnose auch die Selbstwahrnehmung des potenziell Erkrankten einfließen kann und die Wahrnehmung der Angehörigen. Der Umfang der Untersuchung soll sich im Einzelfall an der Zielsetzung der Untersuchung ausrichten und die Kooperationsbereitschaft und Belastbarkeit des Patienten berücksichtigen. Für den Patienten gilt, er muss der Untersuchung zustimmen. Lehnt der Patient die Untersuchung gar ab, muss auf die Untersuchung verzichtet werden, zumal sie unter Umständen durch die fehlende Bereitschaft nicht aussagekräftig ist. Es ist nicht in jedem Fall notwendig und möglich eine Diagnose zu stellen, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Leistungen der Pflegeversicherung beispielsweise, können auch ohne Diagnose in Anspruch genommen werden. „Gegen den Willen eines Betroffenen kann eine diagnostische Untersuchung nur durchgeführt werden, wenn für ihn oder für seine Mitmenschen Gefahr besteht“. Aus ethischen Gründen haben alle Patienten das Recht, die Diagnose zu erfahren, aber ebenso das Recht dazu, darüber im Unklaren zu bleiben.