Beim digitalen Treffen am 25. November ging es um die Bedeutung der Selbsthilfegruppen in Hessen und deren Organisationsform. Gemäß dieser Lesart, so stellte sich wieder einmal heraus, handelt es sich bei Selbsthilfegruppen gemäß ihrer Entstehungsgeschichte, allein um von Betroffenen organisierte Treffen ohne „externe“ oder professionelle Leitungspersonen. Sie werden von den Krankenkassen gefördert. Es gibt Selbsthilfekontaktstellen. Die Kontaktstelle in unserer Region wird vom Rheingau-Taunus-Kreis vorgehalten und finanziell unterstützt.
Die Selbsthilfegruppen unseres Vereins werden fachlich moderiert und organisiert. Das – so die Erkenntnis – ist vielfach auch gewünscht, weil die Angehörigen kaum Kraft und Zeit übrig haben, die Organisation und Durchführung selbst zu bewältigen. Die Selbsthilfegruppen der Alzheimer Gesellschaft werden daher nicht in der üblichen Form von der Krankenkasse gefördert und tauchen als Angebot nicht im Flyer der Selbsthilfekontaktstelle des Rheingau-Taunus-Kreises auf.
Unsererseits wurde deutlich gemacht, dass wir uns dennoch sehr wohl – allein aufgrund der Entstehungsgeschichte der bundesweiten Selbsthilfevereine unter dem Dach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz – als Selbsthilfeangebot verstehen. Immerhin müssen laut Satzung mindestens 50 % der Vorstandsmitglieder betroffene Angehörige sein. Die Hilfe zur Selbsthilfe fördern wir durch unsere fachliche Moderation, den gegenseitigen Austausch, die wertschätzende Haltung aller miteinander. Angehörige werden angesehen als Experten ihrer selbst, die zwar temporär Probleme haben, bestimmte Anliegen zu bewältigen, die sie jedoch mit Hilfe der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der fachlichen Moderation überwinden können.
Hintergrund:
Zu den Treffen lädt das Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege seit 2025 alle Demenznetzwerke ein. Es möchte zukünftig einen dauerhaften Austausch etablieren und pflegen.
Auf Nachfrage unsererseits: Es werden ebenso alle hessischen, unter dem Dachverband der Deutschen Alzheimer Gesellschaft agierenden, Mitgliedsgesellschaften eingeladen, gleichwohl diese keine Netzwerke darstellen. Man darf sich die Frage stellen, ob deren Arbeit eventuell bislang seitens der Landesregierung unterbelichtet war. Die Alzheimer Gesellschaft Rheingau-Taunus begrüßt allerdings dieses neue, sehr gut moderierte Format ausdrücklich.
Dezember, 2025
